Das führt dazu, daß in vielen Hausmüllverbrennungsanlagen auch bestimmte gefährliche Abfälle (Sonderabfälle) mitverbrannt werden dürfen.
In der Abbildung ist beispielhaft eine moderne WtE-Anlage mit nasser Raugaswäsche dargestellt.
Die Abwässer der nassen Rauchgaswäsche werden in einem Sprühtrockner verdampft und die entstehenden Salze anschließend über ein Elekrofilter abgeschieden.
Nach der nassen Rauchgaswäsche in Vor- und Hauptwäscher wird das Rauchgas aus energetischen Gründen über einen Gas-Gas-Wärmetauscher durch die heißen, von Kombinationskatalysator kommenden Rauchgase erwärmt.
Nach weiterer Erwärmung (Gas- oder Ölbrenner) und Ammoniakzudosierung werden in einem Kombinationskatalysator die Stickoxide reduziert und die Dioxine bzw. Furane oxidiert.
Als Sicherheitsfilter (Polizeifilter) ist im Anschluß noch ein Aktivkohlefilter installiert.
Der Transport der Rauchgase vom Kessel bis zum Kamin wird durch zwei Gebläseeinheiten sichergestellt.
Die Effizienz moderner Rauchgasreinigungsanlagen wird beim Vergleich der tatsächlichen Emissionen mit den gesetzlichen Grenzwerten der 17. BImschV deutlich (siehe Tabelle 1). Schon die Garantiewerte der Anlagenhersteller liegen deutlich unter den Grenzwerten, die tatsächlichen Emmissionswerte liegen zum Teil um ein Vielfaches unter den Grenzwerten.
| Schadstoff | Grenzwert 17. BImSchV | Reingaswert (Beispielanlage) |
|---|---|---|
| Cges. (Gesamtkohlenstoff) in mg/m3 | 10 | < 0,1 |
| CO (Kohlenmonoxid) in mg/m3 | 50 | < 10 |
| Cd/Tl (Cadmium/Thallium) in mg/m3 | 0,05 | <0,01 |
| HCl (Salzsäure) in mg/m3 | 10 | <1 |
| Hg (Quecksilber) in mg/m3 | 0,03 | <0,001 |
| NO2 (Stickoxide) in mg/m3 | 200 | <80 |
| SO2 (Schwefeldioxid) in mg/m3 | 50 | <1 |
| Gesamtstaub in mg/m3 | 10 | <2 |
| Feinstaub PM 10 in ng/m3 | <5 | |
| PCDD/F (Dioxine/Furane) in ng/m3 | 0,1 | <0,0015 |


Quelle: Dioxin- und PCB-Einträge in Lebensmittel vermeiden, BMU 2011 [PDF
]
Weitere Informationen finden Sie auch in der UBA-Studie "Müllverbrennung – ein Gefahrenherd? Abschied von der Dioxinschleuder"
Im Rahmen eines Kongresses in Lissabon wurde eine Studie über Emissionen von Ultrafein- und Nanostaubpartikeln bei WtE-Anlagen präsentiert, die von der technischen Universität Politecnico di Milano erstellt wurde.
Während sich bisherige Feinstaubuntersuchungen auf den Verkehr konzentrierten, wurde hier mit eigens entwickelten Testverfahren die Partikelemissionen dreier WtE-Anlagen mit verschiedenen Rauchgasreinigungen untersucht.
Die Messungen ergaben, dass die Partikelanzahl im Reingas von WtE-Anlagen pro cm³ nicht nur um drei Zehnerpotenzen niedriger ist als die Partikelanzahl aus der Abluft von Pelletheizungen (Hausfeuerung).
In zwei Fällen war das Reingas aus WtE-Anlagen sogar geringer belastet als die Umgebungsluft (s.u.).
| Quelle | Direkt-Probe | Nach Verdünnung |
|---|---|---|
| Umgebungsluft | 10 - 30 tsd. | - |
| Pelletheizung | 45 -78 mio. | 57 - 71 mio. |
| Leichtes Heizöl | 1,5 - 6 mio. | 9 - 70 mio. |
| Erdgas | - | < 4,5 tsd. |
| WtE | 5 - 25 tsd. | 4 - 76 tsd. |
Bei den Werten in der rechten Spalte handelt es sich um Proben, die verdünnt wurden, um die Reaktion des Rauchgases mit der Atmosphäre zu simulieren.
Die Studie finden Sie hier.