Energie aus Abfall

Der Beitrag der thermischen Abfallbehandlung zum Umwelt- und Klimaschutz wird von der Politik, von Bund und Ländern sowie Entscheidungsträgern im Umfeld der Anlagen größtenteils entsprechend positiv gewürdigt. Immer häufiger wird dies aktiv kommuniziert, wie entsprechende Veröffentlichungen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) oder des Umweltbundesamtes (UBA) zeigen.

Die 69 klassischen WtE-Anlagen nutzen die durch den Abfall eingebrachte Energie in Form von Strom, Fernwärme bzw. Prozessdampf (Dampf wird an ein benachbartes Kraftwerk zur Stromerzeugung oder an einen benachbarten Betrieb für Produktionszwecke abgegeben). Die Aufteilung ergibt sich wie folgt:

  • 50 Anlagen – im KWK-Betrieb (Strom- und Fernwärme-/Prozessdampferzeugung, "Kraft-Wärme-Kopplung")
  • 10 Anlagen – nur Stromerzeugung
  • 9 Anlagen – nur Fernwärme bzw. Prozessdampf (davon 7 Anlagen mit Prozessdampfauskopplung an ein benachbartes Kraftwerk)

Die bundesweit in WtE-Anlagen produzierte Strommenge stieg in den vergangenen Jahren (2005-2008) von 5,5 auf deutlich über 7 Mio. MWh, im selben Zeitraum stieg die exportierte Wärmemenge von 13,2 Mio. MWh auf 14,4 Mio. MWh.Die Basisdaten der klassischen WtE-Anlagen sind Tabelle 1 zu entnehmen und stammen aus den jährlichen ITAD-Umfragen.[3] Sie zeigen insbesondere für den Strombereich eine deutliche Steigerung. Die Steigerung im Wärmebereich fällt deutlich niedriger aus.

Energiedaten der 69 WtE-Anlagen
Kenngröße

2005

2006 2007 2008 Veränderung 2008 zu 2005
Wärme exportiert [Mio. MWh] 13,19 13,72 13,75 14,44 + 9,5 %
Generatorleistung [MW] 1.210 1.250 1.330 1.440 +19,0 %
Strom produziert [Mio. MWh] 5,51 6,26 6,93 7,35 +33,3 %
Strom exportiert [Mio. MWh] 3,95 4,54 5,16 5,50 + 39,1 %

 

Um den in den klassischen WtE-Anlagen produzierten Strom durch Wind- oder Solarenergie zu erzeugen, benötigte man

  • ca. 74 km2 Photovoltaikfläche (9.250 Fußballfelder) oder
  • knapp 3.500 Großwindkraftanlagen.

Mit 14,4 Millionen MWh/a Wärme könnte man knapp 85 Mio. Quadratmeter Wohnfläche beheizen und somit statistisch für mehr als 2,1 Mio. Menschen im Jahr die notwendige Heizenergie bereitstellen.

 

  1. BMU: Müllverbrennung- ein Gefahrenherd? Abschied von der Dioxinschleuder, Juli 2005
  2. UBA: Abfallverbrennung ist kein Gegner der Abfallvermeidung, Dessau 03.07.2008
  3. ITAD: Auswertung der Umfrage aus den Jahren 2005 – 2008 M. Treder, Dr. D. Reimann, C. Spohn

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