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Verwertung von Polystyrol- Schaumstoffabfällen mit HBCD

Untersuchung zur energetischen Verwertung von expandiertem Polystyrol-Schaumstoff (EPS) und extrudiertem Polystyrol-Schaumstoff (XPS), die als Flammschutzmittel Hexabromcyclododecan (HBCD) enthalten, durch die Mitverbrennung in der Abfallverbrennungsanlage für kommunale Abfälle der Stadt Würzburg

 

Die Untersuchung der Mitverbrennung von PSSchaumstoff gemeinsam mit kommunalem und gewerblichem Restmüll lieferte wichtige Erkenntnisse zu Emissionen und Betrieb der Verbrennungsanlage. Der Test wurde mit handelsüblichen Dämmstoffplatten durchgeführt, um sicherzustellen, dass im Messzeitraum eine kontrollierte Zugabe von PSSchaumstoff und damit HBCD erfolgt. Die folgenden Empfehlungen für den praktischen Umgang mit verwertbaren Abfällen von PS-Schaumstoffen in Abfallverbrennungsanlagen sind nicht nur für die derzeitigen Produktions- und Baustellenabfälle wichtig, sondern insbesondere auch für Abfälle, die durch  Abbruch bzw. Rückbau entstehen. Die Vermischung der Schaumstoffabfälle mit dem normalen Restmüll ist wichtig und sollte von den Kranführern der MVA aufmerksam durchgeführt werden.  PS-Schaumstoff kann in einer klassischen Müllverbrennungsanlage behandelt werden, wenn bestimmte Randbedingungen beachtet werden:

  • Vorzugsweise Anlieferung von einzelnen Platten oder Bruchstücken mit anderen Baustellenabfällen (gemischter Baustellenabfall).
  • Die Anlieferungen von vollständigen Plattenpaketen in eine Folienverpackung sollten vermieden werden, da diese Pakete nicht gut untergemischt werden können.
  • Handelsübliche Platten, wie sie für diesen Test eingesetzt wurden, können problemlos behandelt werden.
  • Es sollten keine Großgebinde, z. B. Big Bags zur Verwertung angeliefert werden.

Abfallverbrennungsanlagen nach dem Stand der Technik gewährleisten eine hocheffiziente und simultane Zerstörung von Flammschutzmitteln wie HBCD und Treibhausgasen (ODS) wie FCKW bzw.  H-FCKW (TAMARA, 1993/1994).

Die Untersuchung hat deutlich gezeigt, dass moderne Abfallverbrennungsanlagen für die sichere Verwertung von PS-Schaumstoff mit dem Flammschutzmittel HBCD geeignet sind. Die Verbrennung von PS-Schaumstoffabfällen aus dem Bauwesen gemeinsam mit kommunalen und gewerblichen Abfällen ist eine praktikable, sichere und kostengünstige Lösung für deren Entsorgung, wobei der Energiegehalt im Sinne einer Verwertung noch sinnvoll genutzt werden kann. Dies gilt ganz allgemein auch für PS-Schaumstoffabfälle, die kein HBCD enthalten, wie PS-Schaumstoff für Verpackungen. Die Ergebnisse der Untersuchung bilden eine zuverlässige und dokumentierte Grundlage für die Festlegung spezifischer Anforderungen, die Klassifizierung und den Umgang mit HBCD-haltigen PS-Schaumstoffabfällen. Die Verbrennung derartiger Abfälle in Abfallverbrennungsanlagen mit Energierückgewinnung gewährleistet die sichere Zerstörung des Flammschutzmittels HBCD und ermöglicht gleichzeitig, den Energieinhalt des PS-Schaumstoffes zur Erzeugung von Strom und Wasserdampf zu nutzen.

Technischer Bericht (Kurzfassung)

Artikel über die Studie in Waste Management & Research (engl.)

Nach der POP-Einstufung von HBCD durch die UNEP Stockholm Konvention hat die UNEP Basel Konvention technische Richtlinien für HBCD bzw. HBCD-haltige Abfälle zu erstellt, wobei dem Ergebnis der Studie gefolgt wurde.

UNEP-CHW 12-CRP 18-Add 1 English - General TGs

UNEP-CHW 12-CRP 18-Add 6 English - HBCD Guidelines

Polystrol-Abfälle können je nach Anfallart der POP-Abfall-Überwachungs-Verordnung unterliegen, und einem Vermischungsverbot sowie einer Nachweis- und Registerpflicht unterfallen.

Wie soll der HBCD-Gehalt bei gemischten Bau- und Abbruchabfällen (Abfallschlüssel 17 09 04) festgestellt werden?


In der Verordnungsbegründung heißt es dazu "Die Feststellung der Konzentrationsgrenzen kann im Einzelfall schwierig sein. Einige der bereits im Vollzug angewendeten Erlasse der Länder enthalten hierzu nachvollziehbare Ansätze, die in der Vollzugspraxis unter Geltung der neuen rechtlichen Vorgaben bundesweit einheitlich weiter entwickelt werden können."
Aktuelle Situation in den Bundesländern (jew. HBCD-haltige Dämmstoffe / Baumischabfall):

Hessen Vollzugshinweise vom 04.07.2017 0,5m³/Tonne Bis einheitliche Regelung erfolgt, Visuelle Plausibiliserung
Baden-Württemberg Merkblatt (undatiert) und Verweis auf SAM-FAQ 0,5 m³/t (=2 Gew.-% oder 25 Vol.-%)

eMail vom 28.07.2017: "Noch keine Sanktionen, sofern Nachweisführung zeitnah auf den Weg gebracht wird."

Merkblatt mit Anforderungen an die TAB

Brandenburg Pressemitteilung vom 07.07.2017 und SBB-Merkblatt vom 18.07.2017 10 kg/Tonne
NRW Durchführungserlass vom 28.07.2017 - Sichtkontrolle, Unterschreitung einer Grenze reicht
Rheinland-Pfalz Allgemeinverfügung vom 1.08.2017 und SAM-FAQ vom 1.08.2017 0,5 m³/t (= 2 Gew.-% oder 25 Vol.-%)
Niedersachsen Erlass vom 26.07.2016 und Hinweise 25 Vol.-%
Hamburg Hinweis-Merkblatt vom 08.08.2017 25 Vol.-%
Schleswig-Holstein Erlass vom 31.07.2017 - Keine Sanktionen bis 30.12.2017
Bayern Vollzugshinweise vom 28.09.2017 25 Vol.-%
Mecklenburg-Vorpommern Hinweise vom 14.07.2017 -
Sachsen Vollzugshinweise vom 04.08.2017 und Ergänzungen vom 18.10.2017 25 Vol.-% Dämmstoffe mit HBCD sind getrennte von Dämmstoffen ohne HBCD zu erfassen. Sanktionen ab 2018.
Regelungsbeispiel 1 vor 2017 Vol.
Regelungsbeispiel 2 vor 2017 20 Vol.-%

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