Kaskadennutzung konsequent zu Ende denken

Thermische Abfallbehandlung bleibt unverzichtbarer Bestandteil der deutschen Abfallwirtschaft! Pressemitteilung vom 03.11.2011
Die Interessengemeinschaft der thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland e.V. (ITAD) sieht in dem vom Bundestag beschlossenen Gesetzesentwurf eine Stärkung des Zusammenspiels zwischen hochwertiger stofflicher und effizienter energetischer Verwertung.

Die im Entwurf enthaltene Verordnungsermächtigung, auf deren Grundlage bestimmte Abfälle zukünftig einer stofflichen Kaskadennutzung mit anschließender energetischer Verwertung zuzuführen sein sollen, bewertet die ITAD grundsätzlich positiv. Der Entwurf bestätige, dass die thermische Abfallbehandlung ein unverzichtbarer Bestandteil der deutschen Abfallwirtschaft bleibt.

„Dieser Weg muss zukünftig aber auch konsequent zu Ende gedacht werden“, mahnt ITAD-Geschäftsführer Carsten Spohn. „Eine hochwertige stoffliche Kaskadennutzung von entsprechenden Abfällen ist unstrittig auf eine begrenzte Anzahl von Wiederholungen beschränkt. Ab einem bestimmten Punkt ist eine stoffliche Verwertung z.B. aufgrund von Schadstoffverschleppung oder Alterungsprozessen nicht mehr möglich. Hier muss der Gesetzgeber klare gesetzliche Vorgaben schaffen, damit ab diesem Zeitpunkt einer effizienten energetischen Verwertung in den hierfür geeigneten Anlagen Vorrang gegeben wird.“

ITAD weist im Übrigen erneut darauf hin, dass es derzeit bei der thermischen Behandlung keine massiven Überkapazitäten gibt und die vorhandenen Anlagen auch in Zukunft zur Gewährleistung der Entsorgungssicherheit  benötigt werden. Bei einem Blick über die Grenzen Deutschlands hinweg stellt man fest,  dass in Europa noch mehr als die Hälfte der Siedlungsabfälle deponiert wird und aktuell noch mehrere Millionen Tonnen Behandlungskapazität fehlen.

ITAD fordert daher von allen Beteiligten im Rahmen des weiteren Gesetzgebungsprozesses eine Versachlichung der Diskussion um den künftigen Bedarf an energetischen Verwertungskapazitäten in Verbrennungsanlagen für Siedlungs- und Gewerbeabfälle.

ITAD vertritt die Interessen der Betreiber und Eigentümer von thermischen Abfallbehandlungsanlagen. Nahezu alle deutschen Siedlungs­abfall­verbrennungs¬anlagen sind hier vertreten. Insgesamt werden durch die Mitglieder der ITAD jährlich mehr als 20 Mio. t Behandlungskapazität zur Verfügung gestellt. Bei der Verwertung  der Abfälle werden mehr als 7 Milliarden kWh Strom produziert und  14 Milliarden kWh Wärme exportiert. Durch die Substitution fossiler Energieträger werden jährlich mehr als 4 Millionen Tonnen CO2 vermieden.

 

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