Energetische Verwertung von Kunststoffen ökologisch teilweise auf gleichem Niveau wie hochwertiges Recycling

Die energetische Verwertung von Kunststoffabfällen kann aus ökologischer Sicht gleich gut abschneiden wie das stoffliche Recycling. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Schweizer Forschungs- und Wissenschaftsunternehmens Carbotech AG.

 

„Die Ergebnisse zeigen, dass die energetische Verwertung in einer energieeffizienten Abfallverbrennungsanlage sogar mit dem hochwertigen Recycling von Kunststoffabfällen ökologisch mithalten kann“, sagt Carsten Spohn, Geschäftsführer der ITAD. „Die Erkenntnisse müssen bei der geplanten Novellierung der Gewerbeabfallverordnung berücksichtigt werden und in die Diskussionen um die Wertstofftonne einfließen.“

Unstrittig bleibt dabei, dass die sortenreine Erfassung von Wertstoffen sowie eine sinnvolle Kaskadennutzung von Abfällen einen großen Beitrag zum Ressourcenschutz leisten kann und somit von großer Bedeutung ist.

Aber hinsichtlich der Verwertung von Abfallgemischen erteilt Spohn  einigen Ideen des Gesetzgebers bei der Novellierung der Gewerbeabfallverordnung eine Absage.

„Eine generelle Vorsortierpflicht für Abfallgemische, wie sie aktuell angedacht ist, muss vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse sowie der Bedeutung des Kunststoffanteils in Abfallgemischen im begleitenden UFO-Planvorhaben zwingend gestrichen werden,“ fordert Spohn und bemängelt, dass schon während des UFO-Planvorhabens zur Ermittlung der Potenziale bei der Gewerbeabfallverwertung entsprechende Bedenken mehrerer Verbände hinsichtlich der ökologischen Vorteilhaftigkeit unberücksichtigt blieben.

Die Untersuchungsergebnisse geben aber auch Anlass, die Energieeffizienz und die Metallausbeute aus den Verbrennungs­rückständen weiter zu optimieren, um die ökologische Performance der energetischen Verwertung weiter zu steigern.

ITAD sieht ihre Mitgliedsunternehmen im Zusammenspiel von hochwertigem Recycling und energetischer Verwertung als starken und verlässlichen Partner, der die Ressource „gemischter Siedlungs- und Gewerbeabfall“ unter Einhaltung höchster Umweltstandards nicht nur ökologisch vorteilhaft nutzt, sondern auch die Anreicherung von Schad- und Störstoffen in Wertstoffkreisläufen verhindert.

Die Ergebnisse der Carbotech-Untersuchungen stehen auf der ITAD-Homepage zur Verfügung.

Die Interessengemeinschaft der Thermischen Abfall­behandlungs­anlagen ITAD e.V. vertritt die Interessen der Betreiber und Eigentümer von thermischen Abfallbehandlungsanlagen (rund  80 Siedlungsabfall-, Gewerbeabfall- und Klärschlammverbrennungsanlagen; nahezu alle klassischen Siedlungs­abfallverbrennungsanlagen (MVA) sind hier vertreten). Die Mitglieder gewährleisten unter Einhaltung höchster Umweltstandards mit rund 23 Mio. t/a Behandlungskapazität die Entsorgungssicherheit von Siedlungs- und Gewerbeabfällen in Deutschland und stellen über 7,6 Milliarden kWh Strom, 8,1 Milliarden kWh Wärme und 11,3 Milliarden kWh Prozessdampf für Haushalte und Industrie zur Verfügung. Darüber hinaus werden aus den Verbrennungsrückständen über eine halbe Millionen Tonnen Metalle recycelt und rund fünf Millionen Tonnen Ersatzbaustoffe bereitgestellt.

Pressemitteilung vom 5. August 2015

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