EU- Kreislaufwirtschaftspaket – Hat sich das Warten gelohnt?

Pressemitteilung vom 3.12.2015

 

Die Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungs-anlagen in Deutschland e. V. (ITAD) begrüßt die Überarbeitung des Kreislauf­wirtschafts­paketes der EU-Kommission.

„Das Warten hat sich in einigen Punkten tatsächlich gelohnt. Sicherlich positiv ist die Anerkennung des thermischen Recyclings von Metallen aus den Verbrennungsrückständen“ kommentierte Carsten Spohn das Paket. Da Eisen- und auch immer mehr Nicht-Eisenmetalle in hoher Qualität aus der Schlacke zurückgewonnen werden können, nachdem durch die thermische Behandlung Anhaftungen und Schadstoffe entfernt wurden, ist es nur konsequent, diese bei der Berechnung der Recyclingquoten zu berücksichtigen.

Als weiteres positives Ergebnis ist festzuhalten, dass nach Ansicht der Kommission z.B. bei der Verwertung von Kunststoffabfällen auch die Schadstoffentfrachtung im Vordergrund stehen muss. Die Identifikation entsprechend relevanter Abfallströme soll zukünftig durch eine Verbindung des Chemikalienrechts mit der Herstellerverantwortung erleichtert werden.

Ein positiver Effekt der direktionsübergreifenden Bearbeitung des Paketes ist das Herausstellen der Bedeutung der Abfallwirtschaft für die europäische Energiestrategie und den Klimaschutz.

Gerade in diesem Zusammenhang ist allerdings auch die vielfach geäußerte Kritik am teilweise wenig ambitionierten Deponieausstieg berechtigt. „Hier können die von der Kommission gesetzten Ziele nur der erste Schritt zur dauerhaften und vollständigen Abkehr von der Deponierung wertvoller stofflicher und energetischer Ressourcen sein.“ so Spohn weiter und kritisiert, dass viele Mitgliedsstaaten noch über viele Jahre durch die Deponierung weitere stoffliche und energetische Ressourcen verschwenden und das Klima unnötig belasten dürfen.

Der von der Kommission eingeschlagene Weg zeigt, dass nur das Zusammenspiel einer hochwertigen stofflichen Verwertung mit hohen Qualitätsanforderungen an Sekundärrohstoffe sowie eine effiziente energetische Nutzung nicht hochwertig stofflich verwertbarer Abfälle eine nachhaltige Nutzung der Ressource Abfall garantieren wird.

ITAD-Pressemitteilung vom 3. Dezember 2015

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