Überkapazitäten – nur ein Schreckgespenst: Bundeskartellamt bestätigt ITAD-Aussagen

Die ITAD begrüßt die Klarstellung des Bundeskartellamtes in seinem aktuellen Tätigkeitsbericht bezüglich der vermeintlichen Überkapazitäten bei thermischen Abfallbehandlungsanlagen. „Erstmals wird jetzt von behördlicher Seite die Datenlage der ITAD bestätigt“, so Carsten Spohn, Geschäftsführer der ITAD.

Das Bundeskartellamt hatte in seinem Tätigkeitsbericht letzte Woche ausgeführt, dass es keine Hinweise für Überkapazitäten gebe und in manchen Regionen Unternehmen bereits darauf angewiesen wären, hohe Transportkosten in Kauf zu nehmen, um geeignete Anlagen zu finden. Gedankenspiele zu einer staatlich verordneten Kapazitätsbereinigung sieht das Bundeskartellamt problematisch und warnt davor, Kapazitäten künstlich zu verknappen.

Die Erhebungen der ITAD zur Kapazitätsauslastung, wie zuletzt auf der ITAD Mitgliederversammlung vorgestellt, werden somit von Behördenseite bestätigt.

„Es wird Zeit, im Rahmen der Diskussionen über die sachgerechte Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft und Abbau der Hemmnisse für hochwertiges Recycling über verlässliche Daten zu sprechen, als immer nur zu behaupten, dass wir in Deutschland enorme Überkapazitäten in der thermischen Abfallbehandlung haben“, so Spohn weiter, der bereits mehrfach vor dem Schreckgespenst der Überkapazitäten und den wenig sachgerechten Forderungen nach Kapazitätsstillegungen gewarnt hatte. Bei genauerer Betrachtung der Fakten stelle sich das Thema weitaus vielschichtiger dar. Eine bestmögliche Nutzung der Ressource Abfall kann nur im Zusammenspiel zwischen stofflicher und energetischer Verwertung erfolgen. ITAD sieht hierbei ihre Mitgliedsunternehmen als starken und verlässlichen Partner eines hochwertigen und transparenten Recyclings, der durch die energetische Verwertung, unter Einhaltung höchster Umweltstandards, die Ressource Abfall nachhaltig nutzt und somit die Anreicherung von Schad- und Störstoffen in Wertstoffkreisläufen verhindert.

ITAD regt daher auf Basis der aktuellen Einschätzungen des Bundeskartellamtes an, eine echte Qualitätsoffensive in der Kreislaufwirtschaft unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Behandlungskapazitäten zu starten. Neben der Festlegung von Kriterien für hochwertiges Recycling zur Verhinderung von Scheinverwertungen und wenig nachhaltigem Downcycling im In- und Ausland beinhaltet dies im ersten Schritt eine Verständigung über grundlegende Zahlen, Daten und Fakten. Andernfalls besteht die Gefahr, dass gesetzliche Regelungen geschaffen werden, die auf wenig sachgerechten Vermutungen und Spekulationen beruhen.

„Letztendlich geht es darum, wie im Zusammenspiel von getrennter Erfassung und Sammlung, Recycling, Kaskadennutzung und energetischer Verwertung der größtmögliche Nutzen für Mensch und Umwelt erreicht werden kann – und hierbei brauchen sich die Leistungen unserer Mitgliedsunternehmen im Bereich der energetischen und stofflichen Verwertung nicht zu verstecken“, fasst der ITAD-Geschäftsführer zusammen.

Die Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen ITAD e.V. vertritt die Interessen der Betreiber und Eigentümer von thermischen Abfallbehandlungsanlagen (rund 80 Siedlungsabfall-, Gewerbeabfall- und Klärschlammverbrennungsanlagen; nahezu alle klassischen Siedlungsabfallverbrennungsanlagen (MVA) sind hier vertreten). Die Mitglieder gewährleisten unter Einhaltung höchster Umweltstandards mit rund 23 Mio. t/a Behandlungskapazität die Entsorgungssicherheit von Siedlungs- und Gewerbeabfällen in Deutschland und stellen über 7,6 Milliarden kWh Strom, 8,1 Milliarden kWh Wärme und 11,3 Milliarden kWh Prozessdampf für Haushalte und Industrie zur Verfügung. Darüber hinaus werden aus den Verbrennungsrückständen über eine halbe Millionen Tonnen Metalle recycelt und rund fünf Millionen Tonnen Ersatzbaustoffe bereitgestellt.

ITAD-Pressemitteilung vom 6. Juli 2015

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