
Das neue Branchenbarometer Waste-to-Energy von CEWEP, dem europäischen Fachverband für thermische Abfallbehandlungsanlagen, und ecoprog ist da. Das Branchenbarometer wird seit 2012 jährlich erhoben. 2025 wurden rund 500 Betreiber von thermischen Abfallverwertungsanlagen und mehr als 700 Anlagenbauer und Zulieferbetriebe der WtE-Branche weltweit befragt.
Die europäischen thermischen Abfallbehandlungsanlagen (Waste-to-Energy, kurz WtE) laufen wirtschaftlich rund: hohe Auslastung, gute Stimmung. Aber: Mehr als die Hälfte der Betreiber rechnet mit steigenden Abfallgebühren. Der Hauptgrund ist der wachsende Druck durch CO₂-Bepreisung – insbesondere, wenn WtE-Anlagen künftig vollständig in den EU-Emissionshandel einbezogen werden. Das könnte die Kosten deutlich hochtreiben.
Das Problem: Die Anlagen können ihren Brennstoff – den angelieferten Abfall – nicht einfach ändern. Wird die Entsorgung zu teuer, besteht außerdem die Gefahr, dass Abfälle auf Umwegen oder unsauber entsorgt werden. Das könnte dem Recycling und der Umwelt schaden.
Ein zentraler Punkt: WtE ist nicht nur eine Energiequelle, sondern vor allem eine Schadstoffsenke. In den Öfen werden gefährliche Stoffe wie PFAS – schwer abbaubare Chemikalien, die in vielen Alltagsprodukten vorkommen – zerstört oder sicher eingeschlossen.
Allerdings fehlt es an einheitlichen Messmethoden, um PFAS-Emissionen genau zu erfassen. Trotzdem bleibt die thermische Behandlung derzeit die effektivste Lösung, um diese langlebigen Schadstoffe aus dem Kreislauf herauszuhalten.
Etwa 45 % der befragten Betreiber rechnen damit, dass künftig mehr PFAS-haltige Abfälle verbrannt werden. Gleichzeitig warnen viele vor einer zu engen Fixierung auf Verbrennungstemperaturen: Entscheidend sei das Gesamtsystem, insbesondere die Rauchgasreinigung, die Schadstoffe zuverlässig entfernt.
CEWEP fordert, dass die Politik WtE endlich als festen Bestandteil der Kreislaufwirtschaft anerkennt. Solange wir Produkte nicht vollständig recycelbar herstellen, brauchen wir leistungsfähige und moderne Verbrennungsanlagen für die unvermeidbaren Reste.
Der kommende EU-Circular Economy Act bietet laut CEWEP die Chance, das klar festzuschreiben, inklusive der Rolle von WtE als Schadstofffilter, Hygienesicherung und Energiequelle. Nur mit klaren politischen Rahmenbedingungen kann die Branche die nötigen Investitionen tätigen, um ihren Beitrag zum Green Industrial Deal zu leisten.
Die Müllverbrennung wird voraussichtlich teurer, bleibt aber unverzichtbar, solange unsere Wirtschaft nicht vollständig zirkulär funktioniert. Sie sorgt dafür, dass Schadstoffe wie PFAS nicht im Kreislauf bleiben und hält das Recycling sauber. Ohne sie würde der ganze Kreislauf ins Stocken geraten.
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