Nachhaltigkeit

Die Entwicklung der thermischen Abfallbehandlung ist in Deutschland im weltweiten Vergleich einzigartig. Ein Zusammenspiel aus umweltpolitischen Maßnahmen, technischen Innovationen sowie dialogorientierter und transparenter Umsetzung in den Mitgliedsunternehmen vor Ort bewirkt ernstzunehmende Schritte in Richtung Nachhaltigkeit einer immer noch kritisch betrachteten Branche.

Die Themen auf dieser Seite haben wir bewusst vereinfacht dargestellt, um sie auch Fachfremden zugänglich zu machen. Sollten Sie tiefer ins Thema einsteigen wollen, kontaktieren Sie uns gerne. 

Eine Branche engagiert sich

In unserem Verband werden die Bestrebungen der Branche auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit gebündelt. In einer diesem Thema gewidmeten Arbeitsgruppe werden kontinuierlich aktuelle Entwicklungen besprochen und Leitfäden und Anregungen für die gesamte Mitgliedschaft erstellt, die zum Mitmachen anregen. So wird aus einzelnen Ideen und Aktionen oft ein Impuls für die ganze Branche.

Mit den regelmäßig stattfindenden Nachhaltigkeitsworkshops schafft die Branche ein zentrales Forum für den fachlichen Austausch zu aktuellen und künftigen Anforderungen im Bereich Nachhaltigkeit. Ziel ist es, Entwicklungen frühzeitig einzuordnen, branchenspezifische Lösungsansätze zu diskutieren und Wissen systematisch zu bündeln. Im Herbst 2025 fand in Münster der dritte Nachhaltigkeitsworkshop statt. Im Mittelpunkt standen unter anderem die regulatorischen Rahmenbedingungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie die Chancen freiwilliger Berichterstattung nach dem VSME-Standard. Darüber hinaus wurden branchenspezifische Umsetzungsfragen des VSME im Rahmen eines Pilotprojekts unter Beteiligung von ITAD und dem DNK-Büro behandelt. Weitere Themen waren die gesetzlichen Anforderungen entlang der Lieferkette auf Bundes- und EU-Ebene, Aspekte des Carbon Managements, die Einordnung der geplanten Green-Claims-Richtlinie sowie die wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit im Finanzsystem. Ergänzt wurde das Programm durch Fragen der öffentlichen Wahrnehmung von Nachhaltigkeit, die Koordination bestehender Managementsysteme zur Vermeidung von Parallelprozessen sowie Ansätze zur nachhaltigen Gestaltung von Betriebsgeländen. Der regelmäßig stattfindende Workshop unterstreicht den Anspruch der Branche, Nachhaltigkeit nicht isoliert zu betrachten, sondern als Querschnittsthema systematisch in betriebliche, regulatorische und kommunikative Prozesse einzubinden.

Die thermische Abfallbehandlung nutzt unterschiedliche Formate und Plattformen, um dem Thema Nachhaltigkeit Raum zu geben und den fachlichen Austausch in der Branche zu fördern. Ziel ist es, nicht nur über Anforderungen zu informieren, sondern für nachhaltiges Handeln zu sensibilisieren und Orientierung zu bieten. Ein Beispiel dafür waren die IFAT-Messebeteiligungen 2024 und 2026, auf der nachhaltigkeitsbezogene Themen gezielt in das Programm integriert wurden. In Fachveranstaltungen wurden aktuelle Entwicklungen aufgegriffen und praxisnah diskutiert. Darüber hinaus stand Dr. Martin Hellwig vom Institut für Nachhaltigkeitsbildung den Teilnehmenden als Ansprechpartner für Fragen rund um Nachhaltigkeit zur Verfügung. Die Branche versteht Nachhaltigkeitskommunikation damit als fortlaufenden Prozess. Sie nutzt jede geeignete Plattform, um Wissen zu teilen, Diskussionen anzustoßen und das Thema Nachhaltigkeit kontinuierlich sichtbar zu machen – innerhalb der Fachöffentlichkeit ebenso wie im Dialog mit Politik, Verwaltung und weiteren Stakeholdern.

Nachhaltigkeit endet nicht an der Gebäudegrenze. Auch die Gestaltung des Betriebsgeländes kann einen wichtigen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz, Biodiversität und sozialer Verantwortung leisten. Viele thermische Abfallbehandlungsanlagen haben dies bereits erkannt und setzen unterschiedlichste Maßnahmen um: von naturnahen Grünflächen über ressourcenschonendes Wassermanagement bis hin zu Energieeffizienzprojekten. 2026 wurde für die Mitgliedschaft ein umfassendes Best-practice-Dokument erstellt, das Themen wie Ökologie, Resilienz und Wohlbefinden der Belegschaft miteinander in Einklang bringt und konkrete Handlungsempfehlungen gibt.

Verwandte Themen

Nachhaltigkeit ist eng mit Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft verbunden. Wir haben weiterführende Informationen für Sie. Klicken Sie dazu einfach auf den hinterlegten Link.

Nachhaltige Arbeitsbedingungen

Zwei Mitarbeitende der AGR in Herten warten die Anlage.
Zwei Mitarbeitende der AGR in Herten warten die Anlage.

Die thermische Abfallbehandlung ist eine technisch anspruchsvolle und systemrelevante Branche. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Beschäftigten und entsprechend groß die Verantwortung der Unternehmen, gute und verlässliche Arbeitsbedingungen zu schaffen. Als eine der Säulen moderner Daseinsvorsorge bietet die Branche per se sichere Beschäftigungsperspektiven und langfristige Arbeitsplätze. Geregelte Arbeitszeiten, transparente Arbeitszeitmodelle und eine angemessene Entlohnung sind dabei zentrale Bestandteile. Viele Unternehmen setzen auf tarifliche oder tarifähnliche Strukturen und pflegen einen aktiven sozialen Dialog mit den Beschäftigten und ihren Interessenvertretungen. Ziel ist es, betriebliche Erfordernisse mit der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben in Einklang zu bringen.

Ein besonderer Stellenwert kommt dem Gesundheits- und Arbeitsschutz zu. Der Betrieb thermischer Abfallbehandlungsanlagen erfordert hohe Sicherheitsstandards, kontinuierliche Schulungen und klare Verantwortlichkeiten. Investitionen in technische Sicherheit, Prävention und Qualifizierung dienen nicht nur dem Schutz der Beschäftigten, sondern auch der Stabilität des Anlagenbetriebs. Darüber hinaus legen viele Unternehmen Wert auf Gleichbehandlung und Chancengleichheit. Dazu zählen die Gleichstellung der Geschlechter, gleicher Lohn für gleiche Arbeit sowie transparente Auswahl- und Entwicklungsprozesse. Schulungen und kontinuierliche Kompetenzentwicklung sind feste Bestandteile, um Fachwissen zu sichern und den technologischen Wandel aktiv zu begleiten. Vielfalt in den Belegschaften wird zunehmend als Stärke verstanden. Unterschiedliche berufliche Hintergründe, Qualifikationen und Perspektiven tragen dazu bei, komplexe Aufgaben im Anlagenbetrieb, in der Instandhaltung und im Management erfolgreich zu bewältigen. Damit positioniert sich die thermische Abfallbehandlung als verantwortungsbewusste und attraktive Arbeitgeberin in einem zukunftssicheren Arbeitsumfeld.

Nachhaltigkeitsberichterstattung

Logo des Deutschen Nachhaltigkeitskodex

Viele Unternehmen der thermischen Abfallbehandlung berichten bereits heute freiwillig über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen und nachvollziehbar darzustellen, wie ökologische, ökonomische und soziale Aspekte in den Anlagenbetrieb integriert werden. Ein Teil der Unternehmen nutzt dafür den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) als Berichtsrahmen und reicht dort freiwillige Nachhaltigkeitserklärungen ein. Im Branchenvergleich zählt die thermische Abfallbehandlung damit zu den Bereichen mit einer vergleichsweise hohen Zahl freiwilliger Nachhaltigkeitsberichte. Das unterstreicht den Stellenwert, den strukturierte Berichterstattung und nachvollziehbare Standards in der Branche einnehmen – auch unabhängig von gesetzlichen Berichtspflichten. Die freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung ist dabei mehr als eine formale Übung. Sie signalisiert die Bereitschaft, das eigene Handeln transparent zu machen, sich kritisch mit den eigenen Prozessen auseinanderzusetzen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Gleichzeitig zeigt sie den Anspruch, einen nachvollziehbaren Beitrag zu nachhaltigem Wirtschaften zu leisten und Nachhaltigkeit als fortlaufenden Entwicklungsprozess zu verstehen. Mehr zur Nachhaltigkeitsberichterstattung des Verbands finden Sie hier.

Umsetzung der Sustainable Development Goals

Im Jahr 2022 hat ITAD gemeinsam mit dem Institut für Nachhaltigkeitsbildung einen Branchenleitfaden zu den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) veröffentlicht. Ziel ist es, die globalen Ziele auf die Besonderheiten der thermischen Abfallbehandlung zu beziehen und den Mitgliedsunternehmen eine praxisnahe Orientierung für ihre Anlagen und Prozesse zu geben. Der Leitfaden beschreibt die 17 SDGs mit Blick auf mögliche Beiträge der Branche und ordnet sie konkreten Maßnahmen zu. Ergänzend erfolgt eine Zuordnung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK), um eine konsistente Berichterstattung zu unterstützen und Doppelstrukturen zu vermeiden. Ab 2025 wird zudem die ISO 53001 als möglicher Rahmen zur systematischen Integration der SDGs in Unternehmensprozesse betrachtet. Dabei steht im Fokus, Überschneidungen mit bestehenden Anforderungen – etwa aus Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und Voluntary Sustainability Reporting Standard for SMEs (VSME) – zu vermeiden und ein synergetisches Vorgehen in der Branche zu ermöglichen.