Interview mit Isabel Kaphahn, ITAD-Sonderpreis 2026

Die diesjährige Gewinnerin des ITAD-Sonderpreises ist Isabel Kaphahn mit ihrer Forschung zum Oxyfuel-Verfahren zur CO2-Abscheidung in Müllverbrennungsanlagen  Aber wer ist die Nachwuchswissenschaftlerin, die sich für CO2-Abscheidung an thermischen Abfallbehandlungsanlagen begeistern kann? Wir haben mal nachgefragt.

 

Mich motiviert besonders, an einem so zentralen Thema zu forschen, das eine entscheidende Rolle für die Kreislaufwirtschaft und den Umweltschutz spielt. Dennoch ist nicht überall das Bewusstsein dafür vorhanden, wie wichtig die thermische Abfallbehandlung für uns als Gesellschaft ist. Dazu möchte ich einen Teil beitragen.

 

ITAD: Beschreibe bitte kurz deinen bisherigen Werdegang.

IK: Ich habe nach dem Abitur ein duales Chemie-Studium bei Henkel begonnen. Meinen Bachelor habe ich an der HS Niederrhein und meinen Master an der HHU Düsseldorf gemacht. Währenddessen habe ich bei Henkel in verschiedenen Abteilungen Praxiserfahrung gesammelt und meine Bachelor- und Masterarbeit in einer Abteilung der Produktentwicklung für Klebstoffe geschrieben. Für meine Promotion habe ich nach einem Institut bzw. einem Forschungsthema gesucht, das anwendungsnahe Forschungsfragen, auch in Kooperation mit der Industrie, untersucht und damit einen Impact in Richtung Umweltschutz/Klimaschutz leistet. Da passte die Stelle am TEER in Aachen perfekt. Dort habe ich dann als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Oktober 2022 im Bereich der Thermoprozesse begonnen, und seit etwa einem halben Jahr darf ich diese Arbeitsgruppe leiten. 

ITAD: Wie bist du zu deinem aktuellen Forschungsvorhaben gekommen?

IK: Am TEER habe ich verschiedene Themenbereiche kennengelernt und mich von Beginn an mit der Thematik CO2-Abscheidung auseinandergesetzt. Da wir am Institut unsere Forschung insbesondere auf die Bereiche der thermochemischen Konversion und Emissionsminderung fokussieren, lag es nahe, das Oxyfuel-Verfahren intensiver zu untersuchen. Die Relevanz dieses Themas wurde auch durch das UBA aufgegriffen, die den Ressortforschungsplan „Innovative Techniken: Verbesserung der Ressourcen- und Energieeffizienz bei der thermischen Abfallbehandlung“ ausgeschrieben haben. Dieses Vorhaben bearbeiten wir nun gemeinsam mit unseren Projektpartnern aus der Branche.  

ITAD: Was begeistert dich an der thermischen Abfallbehandlung (TAB)? Wieso hast du dich dafür entschieden, in diesem Bereich zu forschen?

IK: Mich motiviert an der TAB besonders, an einem so zentralen Thema zu forschen, das eine entscheidende Rolle für die Kreislaufwirtschaft und den Umweltschutz spielt. Gleichzeitig gibt es immer neue Fragestellungen durch unsere fortschreitende Entwicklung neuer Materialien (und Schadstoffe), aktuell bspw. die Entsorgung von PFAS. Dennoch ist nicht überall das Bewusstsein dafür vorhanden, wie wichtig die TAB für uns als Gesellschaft ist. Dazu möchte ich auch einen Teil beitragen und bspw. dieses Bewusstsein an die Studierenden in unseren Lehrveranstaltungen weitergeben.

ITAD: Was sind deine Pläne: Möchtest du in der Forschung bleiben, oder können wir dich vielleicht für die Arbeit in einer TAB gewinnen? 

IK: In der unmittelbaren Zukunft möchte ich natürlich meine Promotion am TEER abschließen. Im Anschluss ist es mir wichtig, weiterhin an Fragestellungen zu arbeiten, die für unsere Branche und den Umweltschutz relevant sind und meinen Teil dazu beizutragen, dass innovative und nachhaltige Lösungen ihren Weg in die Praxis finden. 

ITAD: Vielen Dank! Wir wünschen dir für deinen weiteren Weg alles Gute und sind gespannt auf eure weiteren Forschungsergebnisse!

Foto: Alexander Toups

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Weitere Informationen zum Ressortforschungsplan „Innovative Techniken: Verbesserung der Ressourcen- und Energieeffizienz bei der thermischen Abfallbehandlung“ finden Sie hier

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