Exkurs: Batteriebrände
In den letzten Jahren häuften sich die Brandereignisse durch falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus in der gesamten Entsorgungsbranche. In Alltagsgegenständen finden sich immer öfter fest eingebaute Batterien, etwa in Schuhen, Grußkarten oder Vapes. Die Akkus entzünden sich beispielsweise durch mechanische Beanspruchung dort, wo Abfälle transportiert, gelagert, sortiert oder zerkleinert werden. Sollten Batterien über die Abfallanlieferung unbeschädigt bis in die Bunker der thermischen Abfallbehandlungsanlagen gelangen, besteht auch dort ein Brandrisiko, wenngleich die Auswirkungen durch die robuste Bauweise geringer ausfallen als in Sortier- und Behandlungsanlagen und Brandereignisse durch die umfassenden Brandschutzeinrichtungen meist in der Entstehung erfolgreich bekämpft werden können.
Das liegt auch daran, dass in thermischen Abfallbehandlungsanlagen im Vergleich zu mechanischen Aufbereitungsverfahren eine relativ geringe mechanische Einwirkung erfolgt. Bei mechanischen Aufbereitungsverfahren treten durch mechanische Einwirkungen häufiger Schäden an den Akkus auf, die zur Entzündung führen können (z. B. durch Zerkleinerung, Siebung oder Transport über Förderbänder). Im Rahmen der Behandlung in Müllheizkraftwerken erfolgen solche Verfahrensschritte normalerweise nicht. Nach der Anlieferung in den Abfallbunker wird der Abfall nur noch durch Krangreifer bewegt. Sollten dennoch Brände im Bunker auftreten, können diese üblicherweise schnell entschärft werden, indem Brandherde mit dem Greifer in den Kessel geworfen werden.
Das eigentliche Risiko liegt in den vorgelagerten Schritten der Entsorgung: Besonders in den Sammel- und Transportfahrzeugen, etwa Pressmüllwagen, und überall dort wo es zu hohen mechanischen Einwirkungen kommt, kann es durch beschädigte oder defekte Batterien zu Bränden kommen. Diese Vorfälle gefährden nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch die Sicherheit der Fahrerinnen und Fahrer sowie weiterer Mitarbeitender im Umfeld der Anlagen.
Eine ITAD-Umfrage aus Mitte Dezember 2025 zu Bunkerbränden von Lithium-Ionen-Akkus ergab ein erstes Stimmungsbild, ist jedoch aufgrund der Anzahl der Rückmeldungen noch nicht repräsentativ für die Branche: 19 % der Befragten gaben an, dass die Zahl der Bunkerbrände in den letzten Jahren gestiegen sei. 38% der Anlagen gaben an, dass Lithium-Ionen-Akkus eindeutig als Ursache von Brandereignissen belegt werden konnten. Die Dunkelziffer liege nach Einschätzung der Betreiber jedoch höher, da sich nicht jeder Brand zweifelsfrei rückverfolgen lasse und sich in vielen Fällen lediglich Hinweise auf Lithium-Ionen-Akkus ergaben.