
Düsseldorf, 01.04.2025
Die Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland e.V. (ITAD) appelliert an die Koalitionsparteien, der Kreislaufwirtschaft in den laufenden Verhandlungen deutlich mehr Gewicht zu verleihen. Aus Sicht des Verbands fehlt bislang ein konsistenter politischer Rahmen, um die Branche zukunftsfähig aufzustellen und Investitionssicherheit zu gewährleisten.
Ein zentrales Anliegen der ITAD ist es, die Wirtschaft durch den Abbau bürokratischer Hürden in der Kreislaufwirtschaft spürbar zu entlasten – etwa durch eine schlanke, praxisorientierte Umsetzung europäischer Vorgaben.
Die 1:1-Übernahme von EU-Recht in nationales Recht ist kein Wunschdenken, sondern notwendige Grundlage für Rechtsklarheit und Investitionsbereitschaft.
Auch beim Schutz von Mensch und Anlage sieht ITAD erheblichen Handlungsbedarf. Neben der zunehmenden Zahl von Bränden durch falsch entsorgte Lithium-Batterien bereiten insbesondere Lachgaskartuschen große Sorgen: Gelangen nicht vollständig entleerte und damit unter Druck stehende Behälter in thermische Abfall-behandlungsanlagen, drohen Explosionen mit massiven Sachschäden und Anlagenstillständen. ITAD fordert daher dringend eine gesetzliche Regelung zum sicheren Umgang mit Lachgas.
Darüber hinaus sollte die Koalitionsvereinbarung ein klares Signal für langfristige und strategische Ziele in der Abfallwirtschaft senden. Positiv bewertet ITAD, dass das Thema Carbon Management stärker in den Fokus rückt. Allerdings fehlt bislang eine verbindliche Aussage zur Berücksichtigung der unvermeidbaren CO₂-Emissionen aus thermischen Abfallbehandlungsanlagen. Ohne diese Klarheit fehlt die notwendige Planungssicherheit, um in zukunftsweisende Technologien wie Carbon Capture investieren zu können – dabei geht es um Investitionen hoher Millionenbeträge.
Der Kreislaufwirtschaft mit ihren Möglichkeiten zur Rohstoffsicherung und Energieversorgung muss von der Politik deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Eine Steuerung ausschließlich über energie- und klimapolitische Instrumente greift zu kurz. Was wir brauchen, ist eine eigenständige, vorausschauende Kreislaufwirtschaftspolitik.

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ITAD e.V. ist die Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland. Über 90 Thermische Abfallbehandlungsanlagen (TAB) mit rund 95 % der bundesdeutschen Behandlungskapazität sind Mitglied. Sie verwerten mit über 7.000 Mitarbeitenden jährlich über 25 Mio. Tonnen Abfälle, überwiegend aus Haushalten, Umweltschutzmaßnahmen und Gewerbe. Damit gewährleisten sie maßgeblich die Entsorgungssicherheit für Bürger und Unternehmen im Rahmen der Daseinsvorsorge. Durch die Nutzung der dabei entstehenden Abwärme wird Strom (ca. 10 Mio. MWh) sowie Prozessdampf und Fernwärme (ca. 25 Mio. MWh) genutzt, sodass fossile Energieträger substituiert werden. Mit der Verwertung der Metalle aus den Verbrennungsrückständen wird somit ein relevanter Netto-Beitrag aus den TAB zum Klimaschutz mit mehreren Mio. Tonnen CO2 geleistet.
ITAD ist registrierte Interessenvertreterin und wird im Lobbyregister des Bundes unter der Registernummer: R000996 geführt. ITAD betreibt Interessenvertretung auf der Grundlage des „Verhaltenskodex für Interessenvertreterinnen und Interessenvertreter im Rahmen des Lobbyregistergesetzes“.