Verwertung von Hausmüllverbrennungsasche in technischen Bauwerken nimmt zu

Bild der AVA Schlackenaufbereitungsanlage

Düsseldorf, 12.06.2026

Verwertung von Hausmüllverbrennungsasche in technischen Bauwerken nimmt zu; Deponierung weiterhin mit Abstand größter Entsorgungsweg

Metallrückgewinnung weiter auf hohem Niveau

  • ITAD und der Bundesverband Mineralische Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Entsorgung e.V. (vormals IGAM) veröffentlichen vierte gemeinsame Verbändeumfrage zur Aufbereitung von Hausmüllverbrennungsasche (auch: HMV-Schlacke) aus TAB
  • Ergebnis: trotz eines Anstiegs bei der Verwertung der mineralischen Fraktion in technischen Bauwerken wurde Verwertung und Beseitigung auf Deponien als maßgeblicher Entsorgungsweg bestätigt.

Erneut haben die Verbände aktuelle Zahlen, Daten und Fakten rund um die Aufbereitung und Verwertung von Rostaschen aus der thermischen Behandlung von Siedlungs- und Gewerbeabfällen (MVA und EBS-Kraftwerke mit Rostfeuerung) bei Mitgliedern und Nichtmitgliedern abgefragt (Anlage 1 – Faktenblatt). 

Das Daten-Monitoring fand auf Basis eines branchenspezifischen Fragebogens der Verbände ITAD und BMKE für das Berichtsjahr 2024 statt und deckt alle den Verbänden bekannten 39 Schlackeaufbereitungsanlagen in Deutschland ab. Die Abfrage zu den relevanten Kenndaten im Bereich der Schlackeaufbereitung umfasste sowohl mineralische Stoffströme als auch Metalle.  

Für die Erzeugung von Metallschrotten stellt Rostasche ein verlässliches Rohstoffpotenzial dar und das Metallrecycling bleibt, wie auch in der Vergangenheit, auf einem hohen Niveau und leistet einen bedeutenden Beitrag zur Vermeidung von Emissionen durch die Metallherstellung aus primären Rohstoffen. Mit Blick auf die Verwertung der mineralischen Fraktion setzen wir uns gemeinsam mit anderen Verbänden dafür ein, dass neue Anwendungsfelder geöffnet werden, in denen Rostasche zur Herstellung sicherer Sekundärbaustoffe genutzt werden kann und so zum Ausbau der Kreislaufwirtschaft beiträgt. Wie auch unsere in Kürze erscheinende Roadmap 2045 zeigt: In absehbarer Zukunft wird das Ressourcenpotenzial aus Rostasche auf ähnlichem Niveau rangieren. Deshalb erwarten wir vom Gesetzgeber, auf Grundlage der Erkenntnisse vieler Forschungsprojekte dieses Potenzial durch Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen zu erschließen.

Dr. Ragnar Warnecke, Vorstandsvorsitzender ITAD

Ein zentraler Antreiber für die gemeinschaftliche Verbändeaktion war erneut die Bedeutung der Förderung der Wiederverwertung von Hausmüllverbrennungsasche in technischen Bauwerken. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Inkrafttretens der ErsatzbaustoffV war es von besonderer Wichtigkeit, die Verwertungsquoten im ersten vollen Jahr nach „neuem“ Regelwerk aufzuzeigen. So wird im Vergleich der Werte 2022 zu 2024 deutlich, dass die Verwertung von Hausmüllverbrennungsasche in technischen Bauwerken von rund 13 % auf rund 25 % angestiegen ist. Die Verwertung und Beseitigung auf Deponien macht aber weiterhin mit über 70 % den mit Abstand größten Entsorgungsweg für Hausmüllverbrennungsasche aus.

Die Zahlen aus 2024 zeigen, dass die Verwertung von Hausmüllverbrennungsasche in technischen Bauwerken unter der ErsatzbaustoffV zugenommen hat. Eine gesteigerte Nachfrage von Hausmüllverbrennungsasche insbesondere bei privaten Anwendern kann festgestellt werden. Leider können wir diesen positiven Trend nicht bei öffentlichen Auftraggebern feststellen. Es ist also weiterhin notwendig, dass die Pflichten der öffentlichen Hand bezüglich der Bevorzugung von Rezyklaten nachgeschärft werden. Die konstant hohe Verwertung und Beseitigung auf Deponien macht das große Potenzial für eine höherwertigere Verwertung von Hausmüllverbrennungsasche deutlich.

Rebecca Winkler, Vorsitzende der Fachgruppe Hausmüllverbrennungsschlacke und stellv. Vorsitzende des BMKE 

 

Das beigefügte Bildmaterial ist unter der Quellenangabe „ITAD e.V.“ frei verwendbar.

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Hintergrundinformationen

ITAD e.V. ist die Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland. Über 90 Thermische Abfallbehandlungsanlagen (TAB) mit rund 95 % der bundesdeutschen Behandlungskapazität sind Mitglied. Sie verwerten mit über 7.000 Mitarbeitenden jährlich über 25 Mio. Tonnen Abfälle, überwiegend aus Haushalten, Umweltschutzmaßnahmen und Gewerbe. Damit gewährleisten sie maßgeblich die Entsorgungssicherheit für Bürger und Unternehmen im Rahmen der Daseinsvorsorge. Durch die Nutzung der dabei entstehenden Abwärme wird Strom (ca. 10 Mio. MWh) sowie Prozessdampf und Fernwärme (ca. 25 Mio. MWh) genutzt, sodass fossile Energieträger substituiert werden. Mit der Verwertung der Metalle aus den Verbrennungsrückständen wird somit ein relevanter Netto-Beitrag aus den TAB zum Klimaschutz mit mehreren Mio. Tonnen CO2 geleistet.

Interessenvertretung

ITAD ist registrierte Interessenvertreterin und wird im Lobbyregister des Bundes unter der Registernummer: R000996 geführt. ITAD betreibt Interessenvertretung auf der Grundlage des „Verhaltenskodex für Interessenvertreterinnen und Interessenvertreter im Rahmen des Lobbyregistergesetzes“.