Nachhaltigkeit

Die ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie

1. Thermische Abfallbehandlung – auf dem Weg in Richtung Nachhaltigkeit!

In Deutschland sind rund 100 Thermische Abfallbehandlungsanlagen (TAB = Müllverbrennungs­anlage (MVA/MHKW) und Ersatzbrennstoff-Kraftwerk) in Betrieb.

Die TAB sind in Deutschland zunehmend wichtige Akteure der nachhaltigen Entwicklung. Angestoßen durch Gesetzgebungen, technologische Innovationen, begleitende Verbandsarbeit durch die ITAD und ein immer stärkeres Bewusstsein in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, folgen die Unternehmen im Bereich der Thermischen Abfallbehandlung auch den Prinzipien der Nachhaltigkeit – und zwar nicht als Marketinginstrument, sondern vielmehr als substanzieller Beitrag in den verschiedensten Handlungsfeldern der nachhaltigen Entwicklung.

Nachhaltigkeit ist für die ITAD und die Betreiber der TAB nicht nur eine Floskel, sondern vielmehr Herausforderung und Handlungsmaxime.

Die Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland sind auf dem Weg in Richtung Nachhaltigkeit, weil sie 

  • zur Entsorgungssicherheit für Bürger und Unternehmen und damit zur Daseinsvorsorge beitragen,
  • den entscheidenden Beitrag zur Hygienisierung im Bereich Abfall leisten,
  • das abzulagernde Abfallvolumen und die Abfallmenge erheblich reduzieren,
  • die Abwärme für die Stromerzeugung und Wärmeauskopplung (Prozessdampf bzw. Fernwärme) effizient verwerten und damit zum Klimaschutz beitragen, indem fossile Energieträger eingespart werden,
  • als einziges Abfallbehandlungsverfahren die organischen Schadstoffe weitgehend eliminieren und anorganische Schadstoffe sicher ausschleusen,
  • Emissionen (Luft, Lärm, Wasser etc.) minimieren,
  • Geruchsemissionen auf ein Minimum reduzieren,
  • solides Wirtschaften im Sinne der Gebührenzahlerinnen und –zahler garantieren
  • ein verlässlicher Partner für die regionalen Unternehmen sind,
  • ein unverzichtbarer Baustein für eine funktionierende Wirtschaftsregion sind,
  • sichere Arbeitsplätze schaffen und ausbilden,
  • als verantwortungsvoller Arbeitgeber eine gute und tarifkonforme Bezahlung der Mitarbeiter gewährleisten und damit zugleich der Altersarmut vorbeugen,
  • transparent und dialogbereit u. a. mit der Öffentlichkeit sind,
  • die regionale Verantwortung durch Kooperationen wahrnehmen,
  • die globalen Herausforderungen durch Beiträge zum Klimaschutz und zur (internationalen) Entsorgungssicherheit vor Ort praktisch bearbeiten,
  • den Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung ehrlich und offen kommunizieren,
  • sich neben der Vermeidung und der Wiederverwertung (Recycling) als unverzichtbarer Baustein einer nachhaltigen Abfallwirtschaft gelten.

Die Verankerung der Nachhaltigkeit in der Vereinssatzung der ITAD

Der Vereinszweck der ITAD wurde im Juni 2017 auf der Mitgliederversammlung in der Satzung sogar im Sinne der nachhaltigen Entwicklung angepasst. Dieser soll u.a. durch die Darstellung und För­de­rung der nachhaltigen (sozialen, ökologischen und ökonomischen) Entwicklung der Thermi­schen Abfallbehandlungsanlagen verwirklicht werden. 

Folgende Aspekte finden dabei Berücksichtigung:

  • Weitreichende Reduzierung von Emissionen in Luft, Wasser und Boden
  • Effiziente Nutzung der Energie aus Abfall
  • Hohe Ressourceneffizienz
  • Kostenoptimale Entsorgungssicherheit
  • Soziale Verantwortung

Im Folgenden werden die Handlungsfelder der ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie unter Berücksichtigung der zuvor genannten Aspekte beschrieben.       

2. Handlungsfelder

Die ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie umfasst folgende Handlungsfelder:

  • Nachhaltigkeitsberatung und -kommunikation
  • Nachhaltigkeits-Berichterstattung
  • Nachhaltigkeitsbildung
  • Studien, Gutachten und Stellungnahmen
  • Der klimaneutrale Verband

2.1 Nachhaltigkeitsberatung und -kommunikation

Die ITAD-Nachhaltigkeitsberatung richtet sich in erster Linie an die Mitgliedsunternehmen. Darüber hinaus stehen die Mitarbeiter von ITAD Politikern in Bund, Ländern und Kommunen beratend als kompetenter und seriöser Ansprechpartner zur Verfügung.

Die ITAD-Nachhaltigkeitskommunikation verfolgt das Ziel, die Mitgliedsunternehmen, die Politik und die Öffentlichkeit sowie die Behörden über eine nachhaltige Entwicklung in der Abfall- und Ressourcenwirtschaft zu informieren. Im Vordergrund stehen dabei Seriosität und Transparenz. In Zeiten zunehmender Komplexität sieht es ITAD als Aufgabe an, Orientierung zu bieten, abzuwägen und aufzuklären. Dies geschieht durch Pressearbeit, Vorträge, Messeauftritte, eigene und externe (Nachhaltigkeits-)Workshops, Internetpräsenz, die Nachhaltigkeits-Berichterstattung und Gespräche mit Stakeholdern.

2.2 Nachhaltigkeits-Berichterstattung

Die Nachhaltigkeits-Visitenkarte als Printbericht

Im Jahr 2016 hat die ITAD gemeinsam mit dem Institut für Nachhaltigkeitsbildung einen Muster-Nachhaltigkeitsbericht als Grundlage für einen Nachhaltigkeitsbericht der Mitgliedsunternehmen erstellt (Nachhaltigkeits-Visitenkarte).

Ziel sollte ein kompakter und einfach zu nutzender Printbericht sein, der gleichzeitig die begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen kleinerer Thermischer Abfallbehandlungsanlagen berücksichtigt. Entstanden ist eine Textgrundlage für eine Nachhaltigkeits-Visitenkarte insbesondere für kleinere Unternehmen, um den Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu ermöglichen. Zudem kann der Bericht als  Grundlage für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden.

In die Nachhaltigkeits-Visitenkarte wurde ein Critical Review des politischen Geschäftsführers von Germanwatch, Christoph Bals, integriert.

Die online-Nachhaltigkeits-Visitenkarte:

Ergänzend haben die ITAD und das Institut für Nachhaltigkeitsbildung auf Anregung des GKS-Gemeinschaftskraftwerks Schweinfurt GmbH im Jahr 2017 eine online verfügbare Nachhaltigkeits-Visitenkarte entwickelt. Diese macht die Nachhaltigkeitsleistungen transparent und dient als Modell für die weitere Umsetzung in den Mitgliedsunternehmen und kann flexibel angepasst werden. 

Ausdruck des innovativen Ansatzes ist die Umsetzung einer DNK-Erklärung als Impuls für die freiwillige Berichterstattung der Mitgliedsunternehmen. ITAD war der erste Industrieverband in Deutschland, der eine DNK-Erklärung vorlegt hat (Berichtsjahr 2017 und 2018). Auf dieser Grundlage beteiligen sich im Jahr 2018 sechs ITAD-Mitgliedsunternehmen an einem von ITAD und dem Institut für Nachhaltigkeitsbildung durchgeführten branchenbezogenen DNK-Modellprojekt mit der Erstellung einer DNK-Erklärung und einer Nachhaltigkeits-Visitenkarte sowie einer integrierten Schulung durch das Institut für Nachhaltigkeitsbildung. Zudem haben weitere Mitgliedsunternehmen im Rahmen der konzernbezogenen Kommunikation eigene DNK-Erklärungen abgegeben.

Teilnehmer des DNK-Modellprojekts:

  • AVG Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln mbH (AVG Köln) Schweinfurt
  • GKS-Gemeinschaftskraftwerk Schweinfurt GmbH
  • Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB Hagen)
  • Kreis Weseler Abfallgesellschaft mbH & Co. KG Abfallentsorgungszentrum (AEZ) Asdonkshof
  • REMONDIS Thermische Abfallverwertung GmbH
  • Zweckverband Ostholstein (ZVO Ostholstein)

Darüber hinaus haben diverse ITAD-Mitgliedsunternehmen über Ihre Muttergesellschaften Nachhaltigkeitsberichte erstellt.

2.3 Nachhaltigkeitsbildung

ITAD, das Institut für Nachhaltigkeitsbildung und Prof. Gerhard de Haan vom Institut Futur der FU Berlin haben das bundesweite Modellprojekt „Nachhaltigkeitsberichte für Schulen“ ins Leben gerufen. ITAD-Mitgliedsunternehmen haben in diesem Zusammenhang zwölf schulische Nachhaltigkeitsberichte und eine online verfügbare Nachhaltigkeits-Visitenkarte gefördert. ITAD leistet damit einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in der Region der fördernden Mitgliedsunternehmen.

Zudem bietet ITAD auch weiterhin nachhaltigkeitsbezogene Bildungsmaterialien, die sich u.a. Fragen widmen, wie „der Müll in die Steckdose kommt“ (PP-Vortrag). Zudem wurde ein Comic erstellt, der über den „Weg des Mülls“ spielerisch Auskunft gibt und den Nutzen der Restmülltonne darstellt („Wie wird denn bitte aus Müll Strom gemacht?“).

Studierende sowie Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, bei der ITAD Praktika zu absolvieren.

Interne Workshops der ITAD tragen ebenfalls zur Nachhaltigkeitsbildung bei, so etwa der Nachhaltigkeits-Workshop sowie der Workshop für die Abfallbeauftragten der Mitgliedsunternehmen.

2.4 Studien, Gutachten und Stellungnahmen

Die Entwicklung der Thermischen Abfallbehandlung ist in Deutschland im weltweiten Vergleich einzigartig. Ein Zusammenspiel aus umweltpolitischen  Maßnahmen, technischen Innovationen und dialogorientierter sowie transparenter Umsetzungen in den Mitgliedsunternehmen vor Ort bewirkte ernstzunehmende Schritte in Richtung Nachhaltigkeit einer vor Jahrzehnten kritisch betrachteten Branche.

ITAD versteht sich als Impulsgeber und Begleiter, indem Studien beauftragt sowie Gutachten und Stellungnahmen angefertigt werden. Damit partizipiert ITAD neben der politischen und öffentlichen auch an der wissenschaftlichen Debatte.

2.5 Der klimaneutrale Verband

ITAD betreibt die Geschäftsstelle seit dem Umzug nach Düsseldorf im Jahr 2014 klimaneutral und geht damit als Impulsgeber voran. Nicht zuletzt für dieses Vorhaben wurde ITAD im April 2017 als Schrittmacher der KlimaExpo.NRW ausgezeichnet.

Es existiert ein offizieller Bericht zur Klimaneutralität.

ITAD ist 2019 der „Allianz für Entwicklung und Klima“ beigetreten und Gründungsmitglied des Ver­eins „Klimaschutz durch Kreislaufwirtschaft“.

Der Beitrag der Thermischen Abfallbehandlung zum Klimaschutz und die Schritte in Richtung Nach­haltigkeit werden von der Politik, von Bund und Ländern sowie Entscheidungsträgern zuneh­mend positiv wahrgenommen. Energie aus Abfall lautet heutzutage der Beitrag der Thermischen Abfallbehandlung zum Klimaschutz.

3. Verantwortliche für eine nachhaltige Entwicklung

Koordiniert und umgesetzt wird die ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie von Dipl.-Ing. Martin Tre­der, der seit Ende 2013 als stellvertretender ITAD-Geschäftsführer fungiert und zuständig für die Bereiche Energie, Klima und Nachhaltigkeit ist. Im Zuge des DNK-Modellprojekts wurde er im Jahr 2018 als „Nachhaltigkeitsbeauftragter in der Thermischen Abfallbehandlung“ geschult.

Die Nachhaltigkeitsstrategie wird mit dem Geschäftsführer Dipl.-Ing. Carsten Spohn regel­mäßig abgestimmt. Insofern ist die Geschäftsführung unmittelbar in die Nachhaltigkeitsstra­tegie involviert.

Der Vorstand wird über den Fortschritt der ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie im Hinblick auf den Nutzen für die Mitgliedsunternehmen fortlaufend informiert, gibt durch diesen partizipativen Ansatz gleichzeitig Impulse für das nachhaltigkeitsstrategische Vorgehen der ITAD und stimmt diese mit den Anforderungen und Entwicklungen der Mitgliedsunternehmen ab.

Arbeitsgruppen

In den Arbeitsgruppen der ITAD (Klimaschutz und Abfallwirtschaft, Kommunikation etc.) werden nachhaltigkeitsbezogene Themen und Prozesse erörtert und angestoßen. Damit fungieren die Mitglieder der Arbeitsgruppen als Mitverantwortliche für die Ausgestaltung der ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie und der entsprechenden Strategien in den Mitgliedsunternehmen.

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die weiteren drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ITAD-Geschäftsstelle wurden vom Institut für Nachhaltigkeitsbildung im Hinblick auf die Dimensionen, Strategien, Prinzipien und Kompe­ten­zen der nachhaltigen Entwicklung sowie die DNK-Kriterien geschult, um an der Entwicklung der ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie aktiv mitwirken zu können, insbesondere im Hinblick auf nachhaltigkeitsbezogene Tätigkeiten der Geschäftsstelle (nachhaltige Beschaf­fung, Dienstrei­sen, Veranstaltungsplanung etc.). Auf dieser Basis kann der nachhaltigkeits­bezogene Aus­tausch mit Geschäftspartnern (z.B. im Bereich Messebau und Beschaffung) wei­ter intensiviert werden.

4. Anspruchsgruppen

In der Satzung erfolgt ein Hinweis auf die Anspruchsgruppen der ITAD:

„Es werden die Interessen der Umwelt sowie der Gebührenzahler, von Gewerbe und Industrie im Verhältnis zu Öffentlichkeit, Politik und Behörden gefördert und die Interessen der Mitglieder in der EU, in Deutschland und in den Bundesländern vertreten.“

Neben den in der Satzung genannten Akteuren werden die Anspruchsgruppen und interessierten Parteien im Bereich der Handlungsfeldern identifiziert (z.B. soziale Verantwortung – Gewerkschaften, Nachhaltigkeitskommunikation – Medienvertreter, Klimaneutraler Verband – Umwelt- und Klimaorganisationen).

Austausch mit den Anspruchsgruppen

ITAD steht in ständigem Austausch mit den entsprechenden Vertreterinnen und Vertretern.

ITAD-eigene Angebote werden einer externen Überprüfung durch Anspruchsgruppen unterzogen – durch externe Beratung, Critical Reviews (z.B. Nachhaltigkeits-Visitenkarte), die Einbeziehung von Naturschutzverbänden, Gewerkschaften etc. Zudem dienen Kongresse und Workshops als Austausch- und Diskussionsforen. Die Ergebnisse dieser Diskurse werden mit den Zielen und Angeboten der ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie abgeglichen und fließen ggf. dort ein. Sofern dies nicht der Fall ist, wird dies den involvierten Gruppen transparent gemacht, um den Dialog weiter zu vertiefen. Dieses Vorgehen fördert das gegenseitige Vertrauen.

Auf der weltgrößten Umweltmesse IFAT 2018 wurde bspw. eine Veranstaltung mit Vertretern der ITAD-Anspruchsgruppen durchgeführt ("So nachhaltig ist die Thermische Abfallbehandlung – Aktueller Stand und Ausblick").

Der Austausch mit den Anspruchsgruppen hat im Allgemeinen zum Ziel, Synergien und Zielkonflikte zu identifizieren und weitere Impulse für die ITAD-Nachhaltigkeitsstrategie zu erhalten.

Als wichtige Anspruchsgruppen sind die bereits zuvor genannten Arbeitsgruppen der ITAD zu nennen. Deren Mitglieder rekrutieren sich in erster Linie aus Vertretern der Mitgliedsunternehmen. Die Arbeitsgruppen dienen dem Erfahrungsaustausch und der Entwicklung neuer Ziele und Maßnahmen.

5. Nachhaltigkeitsperspektiven – TAB ist aktiver Umweltschutz

5.1 Nachhaltige Gestaltung des Betriebsgeländes

ITAD forciert in den Jahren 2019/2020 das Engagement im Bereich der nachhaltigen Gestaltung der Betriebsgelände der Mitgliedsunternehmen.

Die nachhaltige Gestaltung des Betriebsgeländes kann sichtbarer Ausdruck der Unternehmensphilosophie sein. Die Nachhaltigkeitsorientierung lässt sich so veranschaulichen und erläutern. Dies gilt insbesondere für Besuchergruppen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Aber für die Anspruchsgruppen kann der Natur- und Umweltschutz als eine tragende Säule der Nachhaltigkeit sehr anschaulich dargestellt werden.  

Eine Optimierung des Betriebsgeländes bietet sich daher unter folgenden Gesichtspunkten an:

  • Verdeutlichung der Prinzipien der Nachhaltigkeitsphilosophie des Unternehmens
  • Kosteneinsparung durch Extensivierung
  • Prävention und Klimaanpassung (Wie muss ein Betriebsgelände umgestaltet werden, um den zukünftigen Anpassungen zu genügen?)
  • Insekten- und Vogelschutz als Beispiel der ökologischen Gestaltung (BMU-Initiative zum Insektenschutz, Initiative Falkenschutz NRW, Verringerung von Lichtverschmutzung)
  • Einbindung der Mitarbeiter (Schaffung von attraktiven Pausenplätze im Freien, Einbindung/Patenschaften für „Naturbausteine“).
  • Umfangreiche Kommunikation (PR, außerschulischer Lernort etc.)

Zu diesem Zweck werden von der ITAD Workshops angeboten, Fachgespräche geführt und weitere Fördermöglichkeiten identifiziert.

5.2 „Meeresmüll“

ITAD engagiert sich seit dem Jahr 2019 beim „Runden Tisch Meeresmüll“. Diese Initiative wurde im Jahr 2016 ins Leben gerufen und „soll die nationalen Maßnahmen gegen Meeres­müll koor­di­nieren und ihre Umsetzung unterstützen. Am Runden Tisch werden die nationalen Maßnah­men­vor­schlä­ge gegen Meeresmüll in einem breiten Teilnehmerfeld diskutiert und konkrete Vorge­hens­weisen für ihre Umsetzung erarbeitet. Zusätzlich wurden von den Mitg­liedern weitere Hand­lungs­schwerpunkte identifiziert. Dabei dient der Runde Tisch als Infor­ma­tions­­plattform aller relevanten Interessenvertreter.“ (www.muell-im-meer.de)

In diesem Zusammenhang werden in Zusammenarbeit mit den ITAD-Mitgliedsunternehmen der nörd­lichen Bundesländer künftig Aktionen und Maßnahmen geplant.

Anhang – ITAD-Strategie

Im Folgenden ist die auf der Mitgliederversammlung im Frühjahr 2019 in Bremen beschlosse­ne ITAD-Strategie aufgeführt, die eine Vertiefung und Konkretisierung der genannten Nach­hal­tig­­keits­aspekte ermöglicht:

  1. Thermische Abfallbehandlung als Grundpfeiler der deutschen und europäischen Kreislaufwirtschaft sowie als wichtigen Partner des Recyclings anerkennen!

Thermische Abfallbehandlung stellt die in jedem Kreislauf dringend notwenige Schadstoff­senke dar und bietet langfristige und bezahlbare Entsorgungssicherheit für alle Siedlungs­abfälle, die nicht auf andere Art ökologischer und ökonomischer verwertet werden können. Sie ist daher integraler Bestandteil einer nachhaltigen Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft. Ein Bekenntnis zu dieser Tatsache ist dringend erforderlich, um sachgerechte Regelungen zur Gestaltung eines sinnvollen Zusammenspiels von stofflicher und energetischer Verwertung zu gestalten.

  1. Keine Deponierung und keine Scheinverwertung von Siedlungs- und Gewerbeabfällen!

Die Deponierung von unbehandelten Siedlungs- und Gewerbeabfällen in Europa ist eine unöko­no­mische und unökologische Verschwendung von Ressourcen und eine unnötige Quelle von Umweltbelastungen. Gleiches gilt für Scheinverwertungsmaßnahmen, sowohl innerhalb und außerhalb der EU.

Hochwertiges Recycling fördern - Qualität vor Quantität!

Recyclingquoten müssen realistische Grundlagen haben und unter Berücksichtigung von öko­no­mi­schen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkten festgelegt werden. Bei der Lenkung von Stoffströmen darf nicht eine Quote ausschlaggebend sein, sondern das beste Ergebnis für Mensch und Umwelt. Das bedeutet, dass alle Auswirkungen betrachtet werden müssen. Bei der Thermischen Abfallbehandlung wird viel zu oft der nachhaltige Beitrag zum Ressourcen­schutz durch ‚thermisches Recycling‘ – also Energierückgewinnung sowie Metallabtrennung aus Schlacken und Bereitstellung von hochwertigen mineralischen Ersatzbaustoffen unter Ein­bezug der aus der Schlacke separierten Metalle in die Recyclingquoten – vernachlässigt.

  1. Die thermische Abfallbehandlung als klimafreundliche Energie berücksichtigen!

Sachgerechte Berücksichtigung der Strom- und Wärmeerzeugung aus der thermischen Abfall­behandlung als gleichberechtigte, klimafreundliche Quelle im Erneuerbaren-Energie-Markt. Dies betrifft alle Rechtsgebiete vom Abfallrecht über Erzeuger-, Versorger, Verteiler- und Ver­braucher­regelungen

Aktuelle Beispiele:

  • Abwärme-Definition bei der Überarbeitung der Erneuerbare-Energien Richtlinie (REDII)
  • Advanced Fuels
  • Definition der Primärenergiefaktoren der Fernwärme (PEF).
  1. Sachgerechte Voraussetzungen zur nachhaltigen Nutzung der Ressource Abfall schaffen!

Hierzu ist die Beachtung folgender weiterer wichtiger Punkte erforderlich:

  • Sicherstellung einer validen und aussagekräftigen Datenbasis in der Kreislaufwirtschaft zur Gestaltung sachgerechter Regelungen.
  • Einsatz für die sachgerechte Berücksichtigung der hohen Emissionsstandards deutscher Abfallverbrennungsanlagen im europäischen Kontext unter Berücksichtigung von Kosten/Nutzen-Effekten.
  • Einsatz für die sachgerechte Berücksichtigung der hohen Emissionsstandards deutscher Abfallverbrennungsanlagen (mit geringen, weiterem Minderungspotenzial) im europäischen Kontext unter Berücksichtigung von Kosten/Nutzen-Effekten
  • Prinzipielle 1:1- Umsetzung europäischer, umweltpolitischer Vorgaben unter Beibehaltung nationaler Umweltstandards, sofern stringenter als EU-Vorgaben (keine Aufweichung deutscher Umweltstandards)
  • Gleichbehandlung von Abfall zur energetischen Verwertung (im Verhältnis zur stofflichen Verwertung) bei Notifizierungen z.B. in Form eines „Schengenraums für Abfälle“ zwischen EU- Mitgliedsstaaten mit gleichen Umweltstandards sowie Vereinfachung und Förderung von grenzüberschreitender Zusammenarbeit bei der Entsorgung von Abfällen durch Abbau von bürokratischen und politischen Hemmnissen innerhalb der EU und anliegenden Staaten.
  1. Information von Politik (Bundesregierung, Bundestag, Bundesrat, -Länder), Wissenschaft, Medien, Verbände und Bürger

durch bewährte ITAD-Kommunikation und Fortführung der Öffentlichkeitsarbeit mit den „ITAD-Kernbotschaften“, d.h.

  • Pointierte, aber sachgerechte Kommentierung von Verordnungs- und Gesetzesentwürfen etc.
  • Unterstützung der ITAD-Positionen durch entsprechende Gutachten.
  • Pressemitteilungen und sonstige Veröffentlichungen „nur“ bei entsprechenden Bedarf oder neuen Erkenntnissen/Ergebnissen
  • ITAD-Fachveranstaltungen zu aktuellen Themen der Branche, z.B. Kongresse, Konferenzen, parlamentarische Abende, Messen etc.

Ziel:

Beibehaltung der positiven Wahrnehmung (ITAD-Image) bei Bund, Ländern und Industrie als verlässlicher und sachlicher Ansprechpartner

  1. „Roadmap TAB 2035“

Aussagekräftiges Positionspapier, das sich unter anderem mit folgenden Fragen und Punkten beschäftigt:

  • Warum brauchen wir die TAB?
  • Wo ist die Perspektive der TAB in Deutschland?
  • Wie wird sich die Branche und das Abfallaufkommen entwickeln, welche Mengenszenarien sind realistisch?
  • Was leistet die TAB? -> Betonung der Kernaufgaben der TAB:
  • Gewährleistung der Entsorgungssicherheit, Volumenreduzierung, Hygienisierung, Schadstoffsenke aber auch
  • Klimafreundlicher Energie- und Ressourcenlieferant (Metalle aus Schlacke, Mineralik aus Schlacke)
  1. „PtX, CCU, CCS - Lösungen im Rahmen der Sektorenkopplung“

Aussagekräftiges Positionspapier und oder Faktenblatt, das sich unter anderem mit folgenden Fragen und Punkten beschäftigt:

  • Welche Konzepte machen unter welchen Randbedingungen bei der TAB überhaupt Sinn? - Fokussierung auf „Wasserstoffproduktion durch TAB“ ggf. sinnvoller als auf (kostenintensive und unter Umständen thermodynamisch fragwürdige) CCU/CCS-Projekte
  • CCU/CCS aus der TAB wird nur unter sehr positiven Rahmenbedingungen einen wirklichen Klimaschutzeffekt erzielen können, wenn z.B. in einem exothermen Prozess die überschüssige Wärme zur Anhebung des niedrigen Energieniveaus von CO2 genutzt werden kann.
  • Verpflichtende Abscheideraten, wie sie aktuell in den Niederlanden diskutiert werden, bergen die Gefahr von Fehlallokation/falscher Anreizförderung -> feste Abscheideraten von CO2 aus der TAB sind somit wenig sinnhaft!
  • Kann die TAB ggf. als Lieferant für „Chemisches Recycling“ dienen?
  1. Viele reden – ITAD und seine Mitglieder handeln:

„TAB ist aktiver Meeresschutz“

Aufbauend auf der entsprechenden ITAD-Pressemitteilung könnte durch folgende Aktionen der positive Beitrag der TAB zum Umwelt- und Meeresschutz hervorgehoben werden:

  • WWF-Projekt –Geisternetze (Entsorgung von Geisternetzen in küsten-/gewässernahen Mitgliedsanlagen – Koordination und ggf. Finanzierung der Entsorgung durch ITAD)

„TAB ist aktiver Umweltschutz“

Aufbauend auf den existierenden Projekten zur ökologischen Gestaltung der Betriebsgelände, sollen die Themen Greifvogelschutz und Insektenschutz stärker in den Fokus gestellt werden:

  • Workshop zur ökologischen Gestaltung von Betriebsgeländen soll nochmals aufgelegt werden.
  • Musterprojekte bei Mitgliedsanlagen sollen im Jahresbericht und auf der Messe aktiv kommuniziert werden.
  1. Starke Vertretung der TAB bei Bund und Ländern sowie in der Öffentlichkeit

Erster Schritt:

Verstärkte Kooperation mit Verbänden der TAB. Hierzu gehören folgende Bereiche: Sonderabfallverbrennung, Klärschlammverbrennung, Altholzverbrennung, Schlackenaufbereitung... (gegenseitige Mitgliedschaft der Verbände)

Zweiter Schritt:

Etablierung von verbändeübergreifenden, spezifischen Arbeitsgruppen, Fachgruppen/-gremien

Fernziel:

Starkes Lobbying für TAB („für die Umwelt – für ein sachgerechtes Zusammenspiel von Recycling und TAB“) durch eine starke bundeseinheitliche Vertretung (Dachverband)?