Höherer Klimanutzen dank europäischem Abfallwirtschaftssektor - Europäischer Abfallwirtschaftssektor zeigt erhebliches CO2-Reduktionspotenzial

Eine verbändeübergreifende Studie (CEWEP, Dutch Waste Management Association, FEAD und RDF Industry Group) zeigt, dass der europäische Waste-to-Energy-Sektor zusammen mit der gesamten Abfallwirtschaftskette bereit ist, das CO2-Einsparpotenzial einer stärker kreislauforientierten Wirtschaft zu realisieren.

Am 24. Januar 2022 wurde die von Prognos und CE Delft im Auftrag der europäischen Abfallwirtschaftsverbände CEWEP, Dutch Waste Management Association, FEAD und RDF Industry Group durchgeführte Studie veröffentlicht.

Die europäische Studie zeigt, dass das Erreichen der EU-Ziele für Recycling und Deponieverlagerung bis 2035 zu einem großen Beitrag der EU-Mitgliedstaaten und Großbritannien zum Pariser Klimaabkommen führen wird.

Für ihre Studie hatten die Agenturen Prognos und CE DELFT im Auftrag der vier europäischen Abfallwirtschaftsverbände - die European Waste Management Association (FEAD), die Confederation of European Waste-to-Energy Plants (CEWEP), die RDF Industry Group und die Dutch Waste Management Association (DWMA) in einer 20-Jahres-Perspektive die CO2-Minderungspotenziale untersucht, die durch eine Verstärkung des Recyclings und eine Verminderung der Deponierung genutzt werden können. So könnten in Europa durch mehr Kreislaufwirtschaft in Europa zusätzlich mindestens 150 Millionen Tonnen CO2eq eingespart werden.

Diese Studie, die auf einer früheren Studie von Prognos aus dem Jahr 2008 aufbaut, hebt die wichtigen Beiträge des Abfallwirtschaftssektors zu den EU-Klimazielen hervor, indem sie auf der Grundlage verfügbarer statistischer Daten die vermiedenen Emissionen für 10 ausgewählte Abfallströme für die EU27+Vereinigtes Königreich berechnet.

Berücksichtigt wurden 9 stoffliche Abfallströme (Papier, Glas, Kunststoffe, Eisenmetalle, Aluminium, Holz, Textilien, Altreifen, Bioabfall) sowie ein Strom, der Restmüll und Ersatzbrennstoffe repräsentiert, die nicht getrennt gesammelte Abfälle und Abfälle aus Abfallbehandlungsanlagen umfassen. Auf die 10 ausgewählten Abfallströme entfallen insgesamt 505 Mio. t, was ca. 19 % des gesamten Abfallaufkommens in der EU27+Vereinigtes Königreich im Jahr 2018 entspricht.

Potenzielle CO2-Emissionsreduktionen werden vor dem Hintergrund der jüngsten Überarbeitungen der EU-Abfallgesetzgebung untersucht. Die Studie untersucht den potenziellen Beitrag, den diese Gesetzgebung und die Abfallwirtschaft zur Erreichung des im europäischen Green Deal festgelegten Ziels der Klimaneutralität bis 2050 leisten könnten, sowie die Auswirkungen ehrgeizigerer Ziele.

Beim Status Quo (Baseline-2018) ist die Abfallwirtschaft (für die ausgewählten Abfallströme) bereits heute nahezu klimaneutral, mit nur 13 Mio. t CO2eq Nettoemissionen pro Jahr. Diese Ergebnisse berücksichtigen die CO2-Einsparungen im Produktions- und Energiesektor, die durch die Verwendung von Rezyklaten und Waste-to-Energy anstelle von neuen Materialien und fossilen Brennstoffen entstehen.

Bei erfolgreicher Anwendung der aktuellen Abfallgesetzgebung und der gleichen Recycling- und Deponieziele für Industrie- und Gewerbeabfälle bis 2035 in der EU27+Vereinigtes Königreich (Projektion 1) würde der europäische Abfallwirtschaftssektor das CO2-Vermeidungspotenzial erheblich auf -137 Mio. t CO2eq verbessern, was eine Einsparung von 150 Mio. t CO2eq bedeuten würde. Bei ehrgeizigeren Leistungen (Projektion 2) würde die CO2-Nettoemissionsvermeidung -283 Mio. t CO2eq erreichen, was zu Einsparungen von 296 Mio. t CO2eq führen würde.

Die Studie zeigt, dass die größten Gewinne durch die Verringerung der Deponierung von besonders organischen Abfällen wie Papier und Pappe sowie Bioabfällen erzielt werden, wodurch eine Reduzierung von bis zu 120 Mio. t CO2eq erreicht wird.

Es wurden auch einige Sensitivitätsanalysen durchgeführt, um die Wechselwirkungen der Schlüsselvariablen für alle drei Szenarien zu untersuchen.

Eine Sensitivitätsanalyse untersuchte den Vergleich zwischen einem Zeithorizont von 20 und 100 Jahren. Dabei wurde der große Einfluss von Methanemissionen aus Deponien deutlich, was dem jüngsten IPCC-Bericht entspricht, in dem die Dringlichkeit einer Verringerung der THG-Emissionen betont wird.

Eine weitere Sensitivitätsanalyse untersuchte die CO2eq-Einsparungen durch Energierückgewinnung. Der durchschnittliche Strom- und Wärmemix des europäischen Netzes (und seine Entwicklung bei einer höheren Durchdringung mit erneuerbaren Energien in der Zukunft) wird als Standardannahme für die Energiesubstitution betrachtet. Es wurde auch eine Sensitivitätsanalyse mit einem marginalen Ansatz entwickelt, was bedeutet, dass Prozesse, die Energie aus Abfällen zurückgewinnen, die kohlenstoffintensivsten konventionellen Energieerzeugungstechnologien - fossile Brennstoffquellen - vermeiden. Diese Sensitivität unterstreicht noch mehr den großen Beitrag der Energierückgewinnung aus Abfällen im Hinblick auf die Dekarbonisierung.

Die Abfallwirtschaft ist branchenübergreifend vernetzt, da sie der gesamten Wirtschaft wertvolle Inhalte aus Abfällen als Sekundärressourcen für die stoffliche und energetische Nutzung zur Verfügung stellt.

Der europäische Waste-to-Energy-Sektor ist zusammen mit der gesamten Abfallwirtschaftskette, die von den anderen Verbänden in dieser Studie vertreten wird, bereit, verstärkte Anstrengungen und Investitionen zu unternehmen, um das CO2-Einsparpotenzial einer stärker kreislauforientierten Wirtschaft zu realisieren.

Hier finden Sie den

1. vollständigen Abschlussbericht

2. Flyer

3. Peer-Review